Informationen für Betroffene und KollegInnen

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Informationen für Betroffene und KollegInnen2018-12-18T12:27:44+01:00

Informationen für Betroffene und KollegInnen

Tipps für Arbeitnehmer und Kollegen

Um Wege aus dem Burnout zu finden und zu gehen, sind Überlegungen notwendig, das Problem am Arbeitsplatz anzugehen und zu thematisieren, obwohl dies nicht ganz leicht ist. Sprechen Sie über Burnout-Risiken. Holen Sie Unterstützung bei der Arbeitnehmervertretung und dem Arbeitsmediziner. Diese sind die richtigen Partner, die auch Möglichkeiten haben, Maßnahmen gegen psychosoziale Belastungen zu initiieren und zu fordern.

Über Burnout reden

Psychische Belastungen, Erschöpfung und Burnout im Betrieb zur Sprache zu bringen, erfordert Mut oder erheblichen Leidensdruck. Ein aktiver Gesundheitsschutz im Betrieb setzt auf die Beteiligung der Mitarbeiter und beginnt mit der Überwindung der „Sprachlosigkeit“: Sprechen Sie offen über psychische und physische Überlastung und ihre betrieblichen Ursachen. Nehmen Sie Belastungen am Arbeitsplatz nicht mehr so ohne weiteres hin.

Burnout-Betroffene ernst nehmen und unterstützen

Nehmen Sie die Klagen Ihres Kollegen über ständige Erschöpfung, abnehmende Leistungsfähigkeit und permanente Unzufriedenheit unbedingt ernst.

Betriebliche Interessensvertretungen ansprechen

Die betrieblichen Interessensvertretungen und alle am ArbeitnehmerInnenschutz Beteiligten können Burnout auf ihre Arbeitsagenda setzen. Abgesehen von ihrer Pflicht, darüber zu wachen, dass die gesetzlichen Regelungen des Arbeitnehmerschutzes eingehalten werden, steht es auch in ihrer Macht, aktive Gesundheitsförderung einzufordern und Verbesserungen vorzuschlagen. Das setzt natürlich voraus, die Belastungen, Gesundheitsbeschwerden und Probleme am Arbeitsplatz zu kennen. Sie können dazu beitragen, indem Sie Ihre Interessenvertretung über Ihre Sorgen informieren.

Gesundheitszirkel und -teams anregen und sich engagieren

Gesundheitszirkel bieten für Beschäftigte die Möglichkeit, über gesundheitliche Probleme am Arbeitsplatz in aller Offenheit zu sprechen. Unter Anleitung werden gemeinsam realistische und praktikable Lösungen erarbeitet. Themen solcher Gesundheitsteams können psychische Belastungen und Burnout sein. Um langfristig etwas zu bewirken, müssen vor allem die belastenden Arbeitsbedingungen zur Sprache kommen und Verbesserungsvorschläge erarbeitet werden. Gibt es Widerstand von Seiten des Arbeitgebers, sollten Sie sich davon nicht entmutigen lassen. Nur wenn die Mitarbeiter gemeinsam gegen unzumutbare Arbeitsbedingungen vorgehen, kann dagegen etwas unternommen werden.

Weitere Informationen:

Netzwerk Betriebliche Gesundheitsförderung – Gesundheitszirkel

Das eigene Arbeitsverhalten und Arbeitspensum überprüfen

Müssen Sie alle Arbeiten hundertprozentig erledigen oder genügen (arbeitswissenschaftlichen Erkenntnissen zufolge) bereits 80 %? Sind Sie für alles, was in der Abteilung, im Team passiert und gemacht werden muss, verantwortlich? Ist das Arbeitspensum wirklich nicht während der Arbeitszeit zu schaffen und gehen Sie tagtäglich mit dem Gefühl, wieder viel Unerledigtes hinter sich zu lassen, nach Hause? Eine Zeitplanung kann Ihnen helfen, das Gefühl den Arbeitsanforderungen nicht gewachsen zu sein, zu reduzieren. Überprüfen Sie Ihre Einstellung zur Arbeit und zur Arbeitsweise, um eine gesunde Distanz zur Arbeit herzustellen.

Stressmanagement trainieren

Dauerstress kann in Burnout enden. Um dieser Entwicklung entgegenzuwirken, sind Trainings in Stressmanagement hilfreich. In derartigen Seminaren – die vielfach auch vom Arbeitgeber angeboten werden – können Sie lernen, angemessener mit Stress umzugehen und eigene stressverstärkende Einstellungen und Verhaltensweisen zu überprüfen. Diese Seminare können zudem ein Anstoß sein, offensiv und gezielt arbeitsorganisatorische und soziale Veränderungen einzufordern.