Ursachen und Einflussfaktoren

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Ursachen und Einflussfaktoren2018-12-18T12:27:40+00:00

Ursachen und Einflussfaktoren
Warum kommt es zu Burnout?

Neben persönlichen Verhaltensmustern und Einstellungen tragen auch äußere Faktoren, wie gesellschaftlicher Einfluss und wachsender Druck am Arbeitsplatz zur Entstehung eines Burnout-Syndroms bei.

Den typischen „Ausbrenner-Typ“ gibt es nicht. Burnout wird individuell erlebt und äußert sich auch verschieden. Alle nachfolgend angeführten Merkmale sind den meisten Menschen in irgendeiner Form vertraut. Ein einfacher Zusammenhang mit Burnout lässt sich nicht herleiten. In zugespitzter Form und in Kombination mit anderen Faktoren können sie jedoch zu Burnout führen.

Burnoutrisiko durch die Persönlichkeit

Burnoutgefährdet sind:

  • „Perfektionisten“, diese setzen sich oft zu hohe Ziele und haben Probleme, Kompromisse einzugehen. Was nicht hundertprozentig gelingt, gilt bereits als Versagen. Sowohl Erfolge als auch Misserfolge spornen zu noch größerem Arbeitseinsatz an, Überstunden sind an der Tagesordnung, Arbeit und Arbeitsprobleme werden mit nach Hause genommen.
  • leistungs- und erfolgsorientierte Personen, die sich zuviel „aufbürden“, um das eigene Selbstwertgefühl zu stärken. Diese Persönlichkeitsstruktur – häufig die Kehrseite von Idealismus und Helferorientierung – macht anfällig für Enttäuschungen, wenn „Erfolge“ bzw. „Aufopferung“ nicht genügend gewürdigt und gelobt werden.
  • Personen, die dazu neigen, sich bei Misserfolgen wie bei Erfolgen selbst abzuwerten. Weitere Eigenschaften wie Ängstlichkeit, Sorgen und Depressionen sind ebenfalls auffällig.
  • Menschen, die ständig die Anerkennung von anderen brauchen, da sie sich selbst nicht anerkennen. Es fällt ihnen schwer, anderen – und vor allem sich selbst – Grenzen zu setzen, Nein zu sagen. Überforderung und Überlastung sind die Folge.
  • Menschen, die sich für alles verantwortlich fühlen und helfen wollen. Diese Bestrebungen ermöglichen das Gefühl und den Wunsch, zugleich gut und mächtig zu sein. Der Helfer gibt die Zuwendung, die er empfangen möchte an andere weiter. Ernüchterung und Gefühle des Ausgebranntseins treten dann ein, wenn die Zuwendungen nicht erwidert werden.
  • Personen, die ihre eigenen Wünsche und Bedürfnisse nicht ernst nehmen und nicht auf körperliche Warnsignale hören. Arbeit ist Lebensinhalt und hat eine einzigartige überhöhte Bedeutung, das „gesunde“ Gleichgewicht zwischen Arbeit und Leben ist aus dem Lot geraten.
  • Menschen mit hohem Einsatzwillen, Idealismus und großen beruflichen Erwartungen, die vom nüchternen Arbeitsalltag ohne angemessene Anerkennung und Würdigung bitter enttäuscht sind. Resignation, Entmutigung und Widerwillen können hier den Weg in das Burnout beschleunigen.
  • Personen, die ihre Fähigkeiten und Qualifikationen überschätzen und den beruflichen Anforderungen durch Ehrgeiz gerecht werden wollen. Dieses überstarke Streben nach Erfolg und Ruhm kann in die Burnout-Spirale führen.
  • Menschen mit besonderen persönlichen Defiziten, wie etwa eine schlechte Ausbildung, und die nicht fähig sind, anderen Grenzen zu setzen.

Burnoutrisiko in der Arbeitswelt

Arbeit kann sich positiv auf die Gesundheit auswirken und Freude machen, aber auch übermäßigen Stress verursachen.

Lang anhaltender Stress, kombiniert mit unzureichender Stressverarbeitung und mangelnder Erholung, erhöhen das Burnout-Risiko.

Burnout kann auftreten, wenn

  • Beschäftigte ständig überfordert und überlastet werden – sei es durch ständige Personalknappheit, durch wachsenden Zeit- und Verantwortungsdruck, durch ein hohes Arbeitspensum, durch wachsende Arbeitsanforderungen bei fehlender Qualifizierung. Unter dieser Daueranspannung und Dauerbelastung leiden bei allem persönlichen Engagement auf die Dauer Kreativität, Motivation, Leistungsvermögen und Zufriedenheit. Vor allem die Kombination hohes Arbeitspensum, enges Zeitfenster und hohe Verantwortung fördern die Entwicklung von Burnout.
  • Beschäftigte tagtäglich „Emotions“- bzw. „Beziehungsarbeit“ leisten müssen. Das sind nicht nur Angehörige der so genannten „helfenden Berufe“ wie Pflegepersonal, Ärzte, Lehrer, Sozialarbeiter, Therapeuten etc., sondern dies gilt auch für Beschäftigte in Berufen, die ständig „mit Menschen zu tun haben“.  Der Faktor „Gefühlsarbeit“ ist Studien zufolge (Zapf 1999) wesentlich am Ausbrennen beteiligt.
  • Menschen sich bei der Arbeit kaum entfalten und einbringen können, weil sie nur geringe Entscheidungs- und Handlungsmöglichkeiten und auch kaum Arbeitsinhalte und Arbeitsabläufe zeitlich kontrollieren können. Frustrationen, nachlassendes Engagement und abnehmende Motivation sind dort  vorprogrammiert, wo Beschäftigte nur wenig mit entscheiden, mitbestimmen und mit verantworten dürfen.
  • Menschen zu  wenig Anerkennung und Lob erhalten. Wenig Bestätigung von Außen und geringe Selbstzufriedenheit bei der Arbeit fördern die innere Kündigung und damit auch ein Entstehen von Burnout.
  • Kommunikationskultur und  Betriebsklima zu wünschen übrig lassen, weil Team- und Mitarbeiterorientierung für die Führung keine Rolle spielen. In einem angespannten Klima wagen es burnoutgefährdete Beschäftigte kaum, Arbeitsüberlastung zu thematisieren und Verbesserungsvorschläge zu machen.
  • sich bei Menschen die Arbeitssituation verändert hat, wenn z.B. neu in den Beruf eingestiegen worden ist, oder der Vorgesetzte gewechselt wurde.
  • Menschen bei der Arbeit massiven körperlichen Belastungen ausgesetzt sind, z.B. Heben von Gewicht (besonders einseitiges Heben), häufiger starker Wechsel der Umgebungstemperaturen, starke oder gesundheitsschädliche Beschallung, deutlich wechselnde Arbeitszeiten und häufige oder lang anhaltende Nachtdienste.
  • Menschen, die sehr belastbar erscheinen, vermehrt Überstunden oder besonders belastenden Arbeitsbedingungen ausgesetzt sind. Dabei ist auch der Druck von Vorgesetzten zu erwähnen, Überstunden z.B. zur Erreichung von Arbeitszielen zu fordern.

Burnoutrisiko durch die Gesellschaft

Auch im gesellschaftlichen Umfeld und den Veränderungen lassen sich Ursachen für Burnout finden.

Burnout kann auftreten, wenn

  • die Familie und die Gemeinschaft an Bedeutung verliert und die Arbeit als Ersatz dafür gesehen wird.
  • es zu einem Wertewandel kommt (insbesondere der Einfluss der Religion) – Individuelle menschliche Entscheidungen haben heute Vorrang vor dem Einfluss höherer Mächte, dies kann die Unzufriedenheit steigern.
  • Menschen durch eine unsichere Marktlage und wachsende Anforderungen auf Maschinen und Spezialisten angewiesen sind. Diese können nur mehr Teilbereiche des Lebens bestimmen und bewältigen und sind damit überfordert.

Burnout-Risiko-Test

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Verwendete Literatur und Webseiten:

Sozialnetz Hessen e.V. http://mobbing-und-burnout.sozialnetz.de/